„Im Gebäude befanden sich noch 7 Personen“
- Juni 20th Juni 2014
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Auch dieses Jahr fand an dem Wochenende nach Pfingsten wieder das Sommerausbildungslager der Ortsfeuerwehr Spitzkunnersdorf, Leutersdorf, Eibau, Niederoderwitz und Oberoderwitz statt. Ausrichtungsort war dieses Jahr Spitzkunnersdorf. Die Kameraden der Ortsfeuerwehren trafen sich am Freitag dem 13.06.2014 um 17 Uhr am Feuerwehrgerätehaus Oberoderwitz und fuhren dann gemeinsam nach Spitzkunnersdorf um pünktlich 18 Uhr nach Einrichten des Lagers an der Eröffnung teilzunehmen. In diesem Jahr wurden das erste Mal die Kameraden der Ortsfeuerwehren auf den Fahrzeugen gemischt um die Zusammenarbeit zu festigen und Ihr Wissen und Können besser auf allen Fahrzeugen anzuwenden. Um 19:03 Uhr nach einer kurzen Vesper ging auch schon der Alarm für die erste Übung ein: „Mittelbrand in Leutersdorf An der Zeile 15“. Früher war hier die SB- Halle und heute ein Metallverarbeitender Betrieb wo ein Brand in der Produktionshalle angenommen wurde. Direkt nach der Alarmierung machten sich alle teilnehmenden Ortsfeuerwehren von ihrem Standort aus, auf den Weg an den Einsatzort. Im Gebäude befanden sich noch 7 Personen die zum Teil das Bewußtsein verloren hatten und möglichst schnell aus dem Gebäude gebracht werden mussten. Unter schwerem Atemschutz gingen die ersten Trupps zur Personenrettung über. Da die Wasserversorgung in diesem Bereich von Leutersdorf nicht ausreichte, wurde mit dem Katastrophenschutzzug des Landkreises Görlitz das Löschwasser vom Schwarzen Teich sowie vom nahe gelegenden Eichteich über lange Wegestrecke bis zum Einsatzort befördert. Bereits nach 30 Minuten waren bis auf eine Person alle gerettet und die stabile Löschwasserversorgung vom Schwarzen Teich stand. Die letzte Person die bereits bewußtlos war musste in Zusammenarbeit der Feuerwehr Oderwitz und Eibau im Gebäude über eine ca.: 4 Meter hohe Wand transportiert werden . Das allerdings in einer Schaufeltrage und mit äußerster Vorsicht. Die Kameraden haben diese Aufgabe bestens gemeistert und hatten sich im Anschluss an die Übung Ihre Wurst redlich verdient. Bei einem gemütlichen Ausklang am Abend bei Bratwurst, Bier, Musik und Lagerfeuer wurde bis spät in die Nacht rein diskutiert und gefeiert.
Pünktlich Samstag um 07:15 Uhr hieß es wecken. Der Dienstplan war für diesen Tag prall gefüllt. Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden die Ortsfeuerwehren sowie der Ortsverband des
DRK´s, die heute an der Schulung mit teilnahmen, in vier Gruppen geteilt und es hieß an verschiedenen Stationen Ihr Wissen über Technische Hilfeleistung aufzufrischen. Neben der Ausbildung zu Spreizer und Schneider sowie hydraulischen Rettungszylindern war auch der Ortsverband des DRK´s aus Niederoderwitz zur Ausbildung von 2 Stationen betraut. Patientengerechtes Retten sowie Retten aus Fahrzeugen hatten die Ausbilder des DRK´s vorbereitet. Diese Ausbildung war bewusst so gewählt worden um die Zusammenarbeit beider Hilfsorganisationen besser zu komplettieren. Nach dem Mittagessen um 13:30 Uhr startet die zweite Alarmübung des Sommerlagers. Verkehrsunfall mit 9 zum Teil eingeklemmten und schwerverletzten Personen auf der Kreisstrasse 8656 zwischen Niederoderwitz und Hainewalde. Bereits im Vorfeld war die Strasse gesperrt worden um das Szenario in Verbindung mit dem Verkehrsunfalldienstes der Landespolizei realitätsnah aufzubauen. Leider hatte nicht jeder Verkehrsteilnehmer Verständnis für derartige Übungen am Samstagmittag. Wir möchten als Feuerwehr nur zu bedenken geben, das auch sie wahrscheinlich froh wären wenn sie bei einem Unfall möglichst schnell aus Ihrem Fahrzeug gerettet werden. Um das die Rettung dann allerdings schnell und reibungslos funktioniert, müssen in regelmäßigen Abständen auch diese Situationen geübt werden. Bei dieser Übung holten wir uns die Kameraden der Ortsfeuerwehr Mittelherwigsdorf zu Unterstützung weil ein drittes Rettungsgerät unabkömmlich war. Nach 45 Minuten waren alle Personen aus den Fahrzeugen und die Fahrzeuge teilweise komplett zerschnitten um alle „Opfer“ Patienten gerecht, bei schonender Rettung oder über Crashrettung aus dem Fahrzeug zu befreien. Im Anschluss an die Übung wurde in Zusammenarbeit mit dem DRK, der Feuerwehr, dem Kreisbrandmeister Rolf Faltin sowie dem Leiter des Polizeireviers Zittau Oberland, Herrn Polizeirat Carsten Weber eine Auswertung vorgenommen und im Fazit festgestellt das bis auf ein paar kleine Fehler alles reibungslos geklappt hat. Wir möchten uns in diesem Zusammenhang recht herzlich bei dem Autohaus Voigt in Löbau, der Autoverwertung Lechmann in Kodersdorf, Olli´s Werkstatt an der Spitzbergstrasse, dem Technik Service Oberland in Spitzkunnersdorf, der Firma Rätze in Spitzkunnersdorf, der Strassenmeisterei in Zittau, der Firma Hitzschke und Schäfer, der Gemeindeverwaltung sowie bei allen stillen Helfern bedanken ohne dessen Unterstützung diese Übung nicht möglich gewesen wäre.
An diesem Wochenende hat sich auch gezeigt das unsere Ortsfeuerwehren schon längst viel näher zusammengerückt sind. Es war gleich bei welcher Übung, es hat immer reibungslos funktioniert und wir erachten es auch in Zukunft als wichtig gemeinsam für die Gefahrenabwehr in Oderwitz da zu sein.
Daniel Schädlich
Ortswehrleiter
Dieser Artikel verweist auf die Einsätze:
– 14.06.2014: Verkehrsunfall mit 9 Verletzten
– 13.06.2014: Rauchentwicklung Metallbetrieb mit 5 Verletzten